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Wirtschaft, Konsum & Menschenrechte

              

Ringvorlesung SoSe 2011 - Universität zu Köln - 13.04.2011 – 13.07.2011 - jeweils Mittwochs von 19.30-21.00

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gilt weltweit als Basis für Freiheit und Gerechtigkeit. Außer den bürgerlichen und politischen Rechten gehören dazu auch die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte. Darunter fallen beispielsweise das Recht auf Nahrung und Wasser, aber auch auf Bildung, faire Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit.

Menschenrechtsverletzungen gibt es vor allem in Entwicklungsländern, doch auch in Deutschland und anderen westlichen Staaten sind sie an der Tagesordnung. Die Globalisierung bringt es mit sich: weltweit nehmen transnationale Konzerne immer mehr Einfluss auf die Menschen und ihre Umwelt: Sie regeln das Arbeitsleben ihrer Angestellten, diktieren die Bedingungen örtlicher Zulieferer und beeinflussen die Standortpolitik. Häufig agieren die Unternehmer in Ländern, in denen gewerkschaftliche Rechte nicht beachtet und Oppositionelle verfolgt werden. Die als längst etabliert angesehen Menschenrechte verlieren hinsichtlich wirtschaftlichen Profits an Geltung, auch bei jenen, die sich für ihre Verbreitung aussprechen. Nicht nur die Staaten, sondern auch internationale Unternehmen tragen Verantwortung dafür, dass Menschenrechte eingehalten werden und nicht von Menschenrechtsvergehen profitiert wird.

In der diesjährigen Ringvorlesung werden verschiedenste Menschenrechtsproblematiken angesprochen, die in unserer globalisierten und marktwirtschaftlich orientierten Welt eine Rolle spielen. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern Menschenrechte und der alltägliche Konsum zusammenhängen. Darunter fallen die Aspekte Ressourcenerschließung unter Ausbeutung von Menschen und das Recht auf lebenswichtige Ressourcen wie Nahrung, Wasser und ein intaktes Klima. Aktuelle Themen, wie das Recht auf Wasser, welches erst 2010 in die Menschenrechtscharta aufgenommen wurde, die Gewinnung von Öl, Ausbeutung von Frauen und Kindern v.a. bei der Textilproduktion werden behandelt. Ein weiterer Themenbereich umfasst den Menschen als Ware; in Form moderner Sklaverei, Zwangsprostitution und Organhandel.

Zusammengeführt werden diese Bereiche durch die Thematisierung der Rolle der Menschenrechte in internationalen Unternehmen und im Zusammenhang mit Wirtschaft unter Berücksichtung aktueller Debatten um den Begriff der Menschenrechte beleuchtet. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach globaler Gerechtigkeit sowie der Frage nach den gesamtgesellschaftlichen und individuellen Möglichkeiten, diese unter Achtung der Menschenrechte und der globalen Rechtsstaatlichkeit zu fördern und als Konsument Verantwortung zu übernehmen.

Die Ringvorlesung der Amnesty International Hochschulgruppe der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie unter Leitung von Frau Prof. Dr. Fuchs im SoSe 2011 richtet sich an interessierte HörerInnen aller Fakultäten. Im Rahmen des Studiums Integrale können Bachelor-Studierende für diese Veranstaltung 4 ETCS erhalten.

Wie auch letztes Jahr bemühen wir uns namenhafte Referenten aus verschiedenen Institutionen und Bereichen für unser Projekt zu begeistern um einen komplexen Einblick in die Thematik zu ermöglichen.

Vorlesungsplan

I. (13.04.2011) Einführung: Menschenrecht und Ressourcen: Prof. Dr. Martina Fuchs (Universität zu Köln)

Begriff der Menschenrechte, aktueller Stand in wissenschaftlicher Theorie und gesellschaftlicher Praxis mit Fokus auf den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten
- Zusammenhang von Globalisierung, dem alltäglichen Konsum und Menschenrechtsverletzungen
- Diskrepanz zwischen dem westlichen Ideal der Förderung der Menschenrechte und dem wirtschaftlichen Profit durch Missachtung der Menschenrechte

II. Menschenrechtsverletzungen bei der Erschließung von Ressourcen

II.1.(20.04.2011) Öl im Nigerdelta Antje Breucking (Amnesty International Deutschland)

Auswirkungen der Ölindustrie auf die Lebensumstände der Bevölkerung in Nigeria am Beispiel des Ölunternehmens Shell:
Kontaminierung eines empfindlichen Ökosystems und 2000 Städten und Dörfern

II.2. (27.04.2011) Ausbeutung in der Textilindustrie Christiane Schnura (Kampagne für saubere Kleidung)

Produktion in Entwicklungs- und Schwellenländern, Löhne unter Existenzminimum und 16 Arbeitsstunden pro Tag. Vor allem Frauen sind davon betroffen, oft auch Kinder.
Einfluss unseren Konsumverhaltens auf die Arbeitsbedingungen

II.3. (04.05.2011) Blutdiamanten Anne Jung (Medico International)

Finanzierung von Bürgerkriege, Terror und Morde Schmuggel der Rohdiamanten aus Entwicklungsländern in die Industriestaaten

II.4. Kinderarbeit und Kinderrecht Kerstin Bücker (Unicef, Bereich Kommunikation & Kinderrecht)

- weltweit arbeiten 126 Mio. Kinder unter 15 Jahren unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen, und etwa die dreifache Anzahl sind Erwerbstätige Kinder
- Verrichtung der niedersten und schwersten Arbeiten verrichten; in Steinbrüchen, Fabriken, Plantagen oder gar als Mienensucher und Drogenkuriere

III. Die Ware Mensch

III. 1. (18.05.2011) Menschenhandel Behshid Najafi (Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistiscge Ausbeutung)

Zahl von Sklaven wird weltweit auf zwischen 12-27 Millionen geschätzt. Der durchschnittliche Preis für einen Menschen liegt bei 90$ und ist damit geringer als jemals zuvor. Die Menschen werden als Arbeiter, Hausdiener oder Sexsklaven eingesetzt.
Drei Gründe führen vor allem zu dem starken Anstieg des Menschenhandels: das Populationswachstum, der rapide soziale und wirtschaftliche Wandel und die Korruption vieler Regierungen, die den Menschenhandel nicht stoppen.

III.2. (25.05.2011) Organhandel Dr. Ruth-Gaby Vermot-Mangold (Parlamentarische Versammlung des Europarates)

- Körper des Menschen als Ressource, Mechanismen des Organhandels
- Bedingungen seines „wirtschaftlichen Erfolges“ und Maßnahmen zur Eindämmung mit Schwerpunkt auf die Rolle und die Handlungsmöglichkeiten der EU

III.3. (08.06.2011) Flüchtlinge in Europa & Flüchtlingspolitik -noch offen- - Ausbeutung von Flüchtlingen & Europäische Flüchtlingspolitik Umgang mit illegalen Flüchtlingen in der EU

IV. Recht auf Ressourcen

IV.1. (01.06.2011) Menschenrecht Wasser Dr. Kim Weidenberg (FIAN Deutschland)

- Jedes Jahr sterben ca. 2 Mio. Menschen an den Folgen unsauberen Wassers und ca. 1 Mrd. Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Wasser oder Sanitäranlagen.
- Wasser als wirtschaftlich wichtige Ressource, Zerstörung von Wasserressourcen durch die Auswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten zerstört werden.
- Die Voraussetzungen dafür, dass das Recht auf Wasser 2010 zum Menschenrecht deklariert wude

IV.2. (22.06.2011) Menschenrecht auf Klimaschutz Dr. Theodor Rathgeber (Institut für interkulturelle Kompetenz & Didaktik)

- Der Klimawandel hat bereits heute spürbare Auswirkungen auf die weltweiten Ernteerträge und die Verfügbarkeit von Trinkwasser. Rund 150.000 Menschen kommen jährlich durch die Folgen des Klimawandels ums Leben, in Zukunft wird die Unterernährung weiter steigen und Krankheiten wie Malaria zunehmen.
- Dringlichkeit klimaschützender Maßnahmen, die Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer humanen Umsetzung, Debatte um die Erweiterung der Menschenrechte auf den Klimaschutz

V. Die wirtschaftliche Perspektive

V.1. (29.06.2011) Wirtschaft, Global Governance und Menschenrechte Dr. Brigitte Hamm (Universität Duisburg-Essen)

- Ist die Einhaltung der Menschenrechte in einer globalisierten Welt wirtschaftlich tragbar?
- Ansätze, wie eine globale Wirtschaft unter Einhaltung der Menschenrechte aussehen könnte. Globalisierungsprozess, der den Forderungen der demokratischen Rechtsstaatlichkeit gerecht wird

V.2. (06.07.2011) Corporate Social Responsibility Dr. Peter Thimme (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft)

Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung durch ökologisch und gesellschaftlich verantwortliches Handeln auf Seiten der Unternehmen. Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung als Unternehmenskonzept zur Imageförderung?

V.3. (13.07.2011) Microfinancing Prof Dr. Udo Reifner, Institut für Finanzdienstleistungen

- Instrument zur Reduzierung der Armut?
- Positive und negative Erfahrungen der Kreditnehmer, Chancen die das Microfinancing in Entwicklungsländern zum Aufbau von Kleinstunternehmen bietet

(Bei Fragen kontaktiert bitte : e.mailaender@gmx.net, mona.rybicki@gmx.de )

Aktuelle Infos gibt es auch auf unserer Facebook Gruppe zur Ringvorlesung.
Facebook Gruppe Wirtschaft, Menschenrechte und Konsum

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